· Pressemitteilung

Neue Technologien verbessern zukünftig den Katastrophenschutz

Mit dem ARGO des BRK Rhön-Grabfeld wurde mit einem ferngelenkten LKW des World Food Programms geübt. Foto: BRK
Team der Bergwacht Franken mit Helfern aus Rhön-Grabfeld und der Spezialdrohne die in Oberelsbach stationiert ist. Foto: BRK
Ein Spezialfahrzeug des World Food Programms, das ferngesteuert ist um in gefährlichen Gebieten keine Einsatzkräfte zu gefährden. Foto: BRK
Eingebunden in die Großübung im Ahrtal waren auch Einsatzkräfte des BRK Rhön-Grabfeld. Hier bei der Patientenrettung aus einem zerstörten Haus zeigen. Die Person wurde vorher von dem Roboter gefunden. Foto: Leon Jakobs DLR

Uwe Kippnich vom BRK koordinierte bei Großübung im Ahrtal die Einsätze

Bad Neustadt (hf). Vor genau fünf Jahren hat eine Hochwasserkatastrophe im Ahrtal zahlreiche Menschenleben gekostet und massive Schäden verursacht. Damals war auch das BRK Rhön-Grabfeld mit zahlreichen Helfern, der BRK-Feldküche und dem Amphibienfahrzeug ARGO eingebunden. Nun fand eine Großübung im Ahrtal statt, bei der auch die Koordination der Erstellung von Satellitenbilder und Drohnenaufnahmen  in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) für die Lageerkundung eingebunden war.

Bei der Großübung im Ahrtal hatte Uwe Kippnich vom BRK Rhön-Grabfeld ein besonderes Aufgabenfeld. Er koordinierte die Einsatzorganisation. Bei der Übung wurden Satelliten, Drohnen, Fahrzeuge und robotische Systeme eingebunden, um schnell Informationen für eine präzise Lageerkundung zu haben. Diese lagen dann aktuell den Einsatzkräften vor. Die Folgen des Klimawandel werden immer deutlicher, sagt Uwe Kippnich und nennt extreme Regenmengen, und die damit verbunden Überschwemmungen, sowie die historische Hitzewelle im Juni 2026 auch in Deutschland.

Das seien Gründe für Sturzfluten oder Waldbrände zur Folge. Dann müssen innerhalb  kürzester Zeit Menschen gerettet und kritische Infrastrukturen gesichert werden. Dabei könnte ein weiteres Problem auftreten, wenn auch Energie-, Kommunikations- und Verkehrssysteme von der Katastrophe betroffen sind. 16 verschiedene Institute des DLR testeten im Ahrtal verschiedene innovativen Lösungen unter realistischen Bedingungen. Bei dieser Übung war ein Spezialisten Team des BRK Kreisverbandes Rhön-Grabfeld mit dem „ARGO“ eingebunden, um in unwegsamen Gelände Such- und Rettungsoperationen durchzuführen. So haben die Rhöner Einsatzkräfte bei der Übung einen Verletzten gerettet der von einen Roboter, in einem zerstörten Haus gefunden wurde.

In das Szenario eingebunden war die Bergwacht mit ihrer Spezialdrohne. Uwe Kippnich: „In Zusammenarbeit mit Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben hat das DLR im Landkreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) an einem realistischen Szenario gezeigt, welche neuen Möglichkeiten zukünftig zur Verbesserung des  Bevölkerungsschutz eingesetzt werden können.“ Dabei lag der Schwerpunkt auf der Demonstration neuer Technologien, dem Zusammenspiel der Systeme und deren Nutzen für die Einsatzkräfte. “Unvollständige oder verzögerte Lageinformationen, fehlende Verbindungen sowie unzureichend vernetzte Akteure können die Effizienz von Einsatzmaßnahmen im Katastrophenfall erheblich beeinträchtigen,“ sagte Professorin Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums.

Die Übung RESITEK zeige, wie moderne Technologien den Katastrophenschutz im Zusammenspiel stärken können. Entsprechen aufgebaut war die Übung im Ahrtal, die von Teams des DLR, gemeinsam mit dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK),Deutschen Roten Kreuz (DRK) Rheinland-Pfalz und weiteren Akteuren durchgeführt wurde. Das simulierte Szenario umfasste ein großflächiges Hochwasser mit ausgefallener Kommunikationsinfrastruktur, zerstörten Straßen und Brücken sowie einer Vielzahl zu versorgender Personen. Das besondere bei der Übung war des Testgelände. In Abstimmung mit allen Beteiligen, war es möglich im Gemeindegebiet von Altenahr, unmittelbar an der Ahr  die Test durchzuführen, wo die Flut im Sommer 2021 bis heute noch deutlich sichtbare Schäden hinterlassen hat. Dabei kam unter anderem  "Scout" zum Einsatz. Ein Roboter, der für Einsätze in schwer zugänglichen Gebieten entwickelt wurde. Diese Geräte können im Rahmen von Such- und Rettungseinsätzen in eingestürzte Gebäude eingesetzt werden und erstellen ein erstes Lagebild ohne Einsatzkräfte zu gefährden. 

Zusammenfassend sagte Uwe Kippnich: „Für die Fachbesucher vor Ort war die eingesetzte Technik  beeindruckend.“ Schnell sei allen klar geworden, wie wichtig es ist, dass auch die Wissenschaft bei der Politik Gehör findet und eine Finanzierung zur Verfügung steht. Knapp drei Wochen waren die Forscher im Ahrtal und werden die Technik weiter testen und das System weiter verbessern. Im Herbst soll die nächste Übung im Norden Deutschlands stattfinden. Eine sogenannte international besetzte Ahrtalkonferenz in Remagen stand unter dem Thema „5 Jahre nach der Flut“. Rund 230 Wissenschaftler sowie Teilnehmende aus Verwaltung, Praxis und Einsatzorganisationen diskutierten aktuelle Erkenntnisse zu Wiederaufbau, Transformation und Krisenbewältigung. Darunter auch Uwe Kippnich, der Ergebnisse aus internationalen Hochwasserprojekten gemeinsam auch mit Vertretern der Region Valencia vorstellte. Diese Region wurde 2024 von einer ähnlichen dramatischen Flut, wie im Ahrtal, heimgesucht.