· Pressemitteilung

Neu entwickelte Trage für den Zivil und Katastrophenschutz ist nahezu ideal

Alle Hilfsorganisationen waren am Samstag bei der Großübung im Muschelgrund bei Strahlungen vertreten. Mit dabei der Präsident des BRK Hans-Michal Weisky, Landrätin Sonja Rahm, BRK Bezirksgeschäftsführer Harald Erhard, BRK Kreisgeschäftsführer Ralf Baumeister sowie Vertreter von Polizei, Bundeswehr und Bevölkerungsschutz. Foto: Hanns Friedrich
Präsident Hans-Michael Weisky und Landrätin Sonja Rahm ließen sich die Vorteile der neuen Trage genau erläutern. Foto: Hanns Friedrich
Die neu entwickelte Trage wurde in verschiedenen Einsatzszenarien getestet. So zum Beispiel in einem unwegsamen Gelände oder auch bei steilen Abhängen. Foto: Hanns Friedrich

Strahlungen (hf). Vor gut einem Jahr wurden bei einem „Feldversuch“ im Steinbruch Muschelgrund bei Strahlungen acht verschiedene Varianten von Tragen für den Bevölkerungsschutz getestet und deren Einsatzmöglichkeiten bewertet. Damals ging es um die Fragen, welche wohl bei den Einsatzkräften bevorzugt wird und welche Verbesserungen noch vorgenommen werden müssten, um ein neuartiges Tragen System zu entwickeln.  Das war die Aufgabe der Forschungsabteilung in der BRK-Landesgeschäftsstelle. Bei einer erneuten Feldübung in Strahlungen wurde die neue entwickelte Trage von den verschiedenen Einsatzkräften getestet und letztendlich für gut befunden, sagt Uwe Kippnich.

Er ist Koordinator des vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe geförderten Projektes ReTranZ (Rettung und Transport in der zivilen Verteidigung).  Hier arbeiten neben dem Bayerischen Roten Kreuz,  das Deutsche Rote Kreuz, Generalsekretariat Berlin, das Universitätsklinikum Würzburg – Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin, verschiedene Fraunhofer Forschungseinrichtungen und die Firma Stollenwerk an der Entwicklung eines neues Rettungsgerätes. Das ist so konzipiert, dass es auch von der Bevölkerung ohne Einweisung genutzt werden kann um Verletzte und Verwundete zu transportieren. 

Bei der Veranstaltung sah man Einsatzkräfte der verschiedenen Medizinische Task Force des Bundes  aus Thüringen,  Hessen  und Unterfranken. Hinzu kamen Einheiten der Bergwacht, Bundeswehr Ausbildungszentrum Hammelburg, des BRK Rhön-Grabfeld und  der Feuerwehren aus Strahlungen und Salz. An verschiedenen Stationen wurde der Sanitätsdienst  der Bundeswehr im Feld praktisch vorgestellt und mit den Teilnehmern trainiert. All das wurden von interessierten Gästen, darunter BRK Präsident Hans-Michael Weisky, Landrätin Sonja Rahm, Bezirksgeschäftsführer Harald Erhard, sowie BRK Kreisgeschäftsführer Ralf Baumeister, seinem Stellvertreter Heiko Stäblein sowie dem Chefarzt des BRK Kreisverbandes Waldemar Hohm und Bürgermeister Johannes Hümpfner interessiert verfolgt. Vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)  kam ein Mitarbeiter aus dem Referat der Forschungsförderung, um auch mit Beteiligten zu sprechen. 

In  seiner Begrüßung betonte Uwe Kippnich, wie wichtig die neuste Technik und Entwicklung in der heutigen, politisch-schwierigen Zeit, ist. „Uns geht es als BRK darum, den Menschen zu helfen und den Bevölkerungsschutz zu verbessern.“  Hierzu ist die Entwicklung neuer Geräte, sowie  auch das Üben erforderlich, um im Einsatzfall die Anwendung sicher zu beherrschen. BRK Präsident Hans-Michael Weisky sprach die Bandbreite der Hilfsorganisationen bis hin zu Wissenschaftlern und Militär an. Wichtig sei es, dass für die Rettung nicht nur neue Geräte entwickelt, sondern dann auch erprobt werden, bevor sie zum Einsatz kommen. Herausgestellt hat er das Miteinander in der Blaulichtfamilie und weiteren Hilfsorganisationen wie auch Militär. Nicht verhehlt hat er die Anforderungen, die auf Helfer zukommen könnten und dafür sei solch ein Tag wichtig.

Landrätin Sonja stellte das gute Miteinander in der Blaulichtfamilie, gerade auch im Landkreis Rhön-Grabfeld, heraus. Angesprochen hat sie aber auch die Steuergelder und Fragen der Bürger, wie dieses verwendet werden. Bei solch einer Veranstaltung zeige sich, dass die Mittel für Hilfsorganisationen richtig eingesetzt werden. Das sei ebenso für sie ein besonderes Anliegen, wie es auch um Qualität und Information für die Bürgerschaft geht. „Die Leute müssen merken, dass sie nicht nur informiert werden, sondern im Ernstfall auch die notwendige Hilfe bekommen.“ Bezirksgeschäftsführer Harald Erhard dankte Uwe Kippnich, der für derartige Projekte seit Jahren verantwortlich zeichnet. Er erinnerte an die Präsentation vor einem Jahr, womit nun „ein weiteres kleines Steinchen im Mosaik Katastrophenschutz eingefügt werden kann.“ Dank sagte er den Haupt- und Ehrenamtlichen und verwies auf länderübergreifende Unterstützung im Ernstfall. Ein großes Lob galt der gesamten Blaulichtfamilie, die hier zusammenarbeiten. 

Vorgestellt wurde die neu entwickelte Trage, ihre einzelnen Bauteile und wie sie verwendet werden kann. Da ging es dann um die Beförderung von Verletzten über Treppen, steile Abhänge aber auch unwegsames Gelände, zum Beispiel in einem matschigen und hügeligem Gebiet. Die Gäste erfuhren, dass die Gurte so angepasst sind, dass der Patient wirklich sicher auf der Trage liegt. Dazu wurden verschiedene Parcours von den Einsatzkräften mit dem Tragen Demonstrator durchlaufen. Die gemachten Erfahrungen wurden im Rahmen der Evaluation dokumentiert. Es ging weiter um neue Methoden und Werkzeuge und auch um das Thema „Sanitätsdienst im Feld.“  Uwe Kippnich verwies in diesem Zusammenhang auf die aktuelle politisch angespannte Situation. Für all das müsse man gerüstet sein und sich den neuen Herausforderungen stellen.