· Pressemitteilung

Mit der Bergwacht Rhön beim Übungstag „Rettung Paragleiter“

Vor Beginn der Übung, wie auch im Ernstfall muss erst das Vorgehen der Rettungsaktion genau besprochen werden. Unser Bild zeigt von links: Sofia Löflund, Aktive Einsatzkraft, Elias Dufour, Anwärter, Robert Heinrich, stellvertretender Regionalleiter Bergwacht Franken; verantwortlicher Drohnenteam, Nico Jendrusch, Anwärter, Oliver Seuffert, Drohnenpilot, stellvertretender Bereitschaftsleiter Bergwacht Bischofsheim, Oliver Scheuplein, Einsatzleiter und Bereitschaftsleiter Bergwacht Bischofsheim und Marcel Schäfer, Drohnenpilot, verantwortlicher im Drohnenteam. Wenn der genaue Unfallort nicht bekannt ist, kommt die Drohne zum Einsatz, sagt Marcel Schäfer, Drohnenpilot. Foto: Hanns Friedrich
Anhand einer Karte wird das weitere Vorgehen bei einer Rettungsaktion besprochen. Unser Bild zeigt Robert Heinrich und Oliver Scheuplein bei der Vorbesprechung. Foto: Hanns Friedrich
Bei der Übung in einem Baumwipfel ist der Bergwachtler Robert Heinrich bei dem Paragleiter, Elias Dufor von der Bergwacht Rhön angekommen, spricht mit ihm übernimmt die Sicherung und das Abseilen. Foto: Hanns Friedrich

Bischofsheim (hf). In den vergangenen Tagen haben wir immer wieder von Unfällen mit Paragleitern berichtet und von den Rettungsaktionen durch die Bergwacht Rhön. Sie ist in Bischofsheim stationiert, wo sich die Fahrzeuge und die entsprechende Ausrüstung befindet. Dass Rettungen aus großer Höhe, wie eben bei Gleitschirmfliegern, Gefahren mit sich bringen ist verständlich. Deshalb ist das Üben oberstes Gebot, sagt Bereitschaftsleiter Oliver Scheuplein. Wir hatten die Gelegenheit bei einer solchen Übung einmal mit dabei zu sein und erfuhren einiges mehr über die Aufgaben der Bergwacht Rhön.

Pro Jahr gebe es durchschnittlich bis zu zwei Einsätze, wobei die der Hauptschwerpunkt im Bereich des stark bewaldeten Kreuzberg liegt. Auf der Westseite des Arnsbergs gibt es ebenfalls einen Startplatz, bisher waren hier keine Einsätze zu verzeichnen. „Manchmal werden wir zur Unterstützung von der Bergwacht Wasserkuppe zur Unterstützung alarmiert,“ sagt der Bereitschaftsleiter. Die Gleitschirmrettung ist übrigens eine Spezialisten Ausbildung, die nicht zur Grundausbildung eines Bergwachtlers gehört. Das bedeutet, dass durch jährliches Training am Baum und m Bereich des Rhöner Rettungsstützpunkt diese Einsätze geübt und besprochen werden müssen.

Dabei geht es vor allem um das korrekt und sicher Besteigen des jeweiligen Baumes mit Steigeisen. Hinzu kommen die verschiedenen Sicherungstechniken, Standplatzbau und vor allem die sichere Rettung des in einem Baumwipfel hängenden Gleitschirmpiloten. Wichtig, das zeigte sich bei der Übung ist auch die Absicherung der Kräfte am Boden. Hier müssen die entsprechenden Abstände ebenso eingehalten werden, wie der Helm Pflicht ist. „Es kann ja jederzeit ein Ast abbrechen oder sonst etwas unvorhergesehenes passieren,“ erklären die Bergwachtler. Grundsätzlich lernen in der Bereitschaft der Bergwacht Rhön/Spessart alle aktiven Einsatzkräfte die entsprechenden Rettungsverfahren. Die Erfahrung zeigte jedoch, dass die tatsächliche Rettung ein kleiner Kreis der Einsatzkräfte ausführt.

Oliver Scheuplein zeigt auf das Übungsszenario, bei der ein Paragleiter im Wipfel eines Baumes hängen geblieben ist und sich nicht selbständig befreien kann. Es gilt zunächst die Person zu retten und danach auch noch den Fallschirm aus dem Geäst zu nehmen. Schwierig ist bei einer Rettung, wenn der Gleitschirm zwischen zwei Bäumen hängt. Besonders gefährlich wird es, wenn der Baumbestand marode, morsch oder die Bäume krank sind. All das sind Dinge, die die Bergwacht einschätzen muss. Die Versorgung von Verletzungen, die selten vorkommen, werden vor Ort vorgenommen. Auch Tote gab es, als vor mehr als 20 Jahren ein Gleitschirm in einer Hochspannungsleitung landete. Gefragt nach einem besonderen Einsatz erinnert sich der Bereitschaftsleiter an einen Vorfall, bei dem mehrere holländische Fallschirmjäger in der „Kissinger Rhön“ falsch abgesetzt wurden. Hier waren alle Rhöner Bergwachtbereitschaften zur Rettung alarmiert.

Zu einer Rettungsaktion erklärt der Bereitschaftsleiter, dass mehrere Bergwachtler eingebunden sind. Derjenige, der nach oben klettert, ein zweiter, der diesen absichert und dann das Abseilen übernimmt und ein Team am Boden. Wichtig bei Unfällen sei es, dass die Unfallstelle genau genannt wird. Bei einem unklarem Einsatzort wird die Drohnenmannschaft alarmiert. Was sollte in Paragleiter tun, wenn er in einem Baum oder wo auch immer hängen bleibt? Oliver Scheuplein: Vor allem Ruhe bewahren, per Handy Notruf 112 absetzen, den Platz nennen von wo aus er gestartet ist mit Angabe der Flugrichtung. Meist könne die integrierte Leitstelle das Handy orten und dann die Bergwacht alarmieren.