· Pressemitteilung

Immer der Nase nach beim etwas anderen Sonntagspaziergang mit acht Rettungshunden

Bürgermeisterin Sonja Rahm ließ sich von den beiden Staffelleiterinnen der BRK Rettungshundestaffel nicht nur die Übung erklären, sondern auch die Ehrenamtlichkeit. Foto: Hanns Friedrich
Dorie ließ sich bei der Suche nicht von anderen Gerüchen oder vorbeikommenden Autos beirren. Kurz stoppte sie, bevor sie erneut den Geruch der Spur aufnahm. Foto: Hanns Friedrich
Hundeführerinnen Marie und Johanna hatten auch einen Kompass dabei, mit dem sie sich im Waldgebiet „analog“ orientieren konnten. Foto: Hanns Friedrich
Gut versteckt war im Wald bei Schönau die gesuchte Person hinter einer großen Wurzel und viel Reisig. Gefunden wurde sie aber natürlich von der Hundenase des Flächensuchhundes „Dipsi“. Foto: Hanns Friedrich
Gefunden: Dafür gabs für die 8-Jähirge Hündin Grace natürlich ein Leckerli. Noch dazu, da sie an diesem Tag Geburtstag hatte. Foto. Hanns Friedrich

Schönau an der Brend (hf). Die Rettungshundestaffel Rhön-Grabfeld zog am Sonntagmorgen in Schönau an der Brend so manche Blicke auf sich. Hunde, mit der Nase am Boden, durchsuchten die Gemeinde. „Es ist nichts passiert, wir üben nur,“ sagen Staffelleiterin Ida Storch und Alexandra Klinger den Ortsbewohnern. Mit dabei auch Bürgermeisterin und designierte Landrätin Sonja Rahm. „Wenn unsere Rettungshundestaffel schon mal in Schönau ist, dann bin ich gerne gekommen, um etwas mehr über deren ehrenamtliche Arbeit zu erfahren.“ Diese Informationen bekam sie natürlich von den beiden Staffelleiterinnen. Sie erfuhren dabei auch, dass Sonja Rahm, zwar eine Jägerin ist, selbst aber momentan keinen Hund hat. „Das war nicht zu schaffen, denn so ein Tier braucht ja auch Zuwendung.“

Genau das merkt man bei den Teilnehmern beim Umgang mit ihren Vierbeinern. Zunächst war die Gruppe im Dorf mit den Mantrailern, dann mit Flächensuchhunden im Schönauer Wald unterwegs. Von Ida Storch, Fachdienstleiterin und Ausbilderin der Rettungshundestaffel Rhön-Grabfeld, erfuhr die Bürgermeisterin, dass Mantrailer darauf spezialisiert sind anhand eines Geruchsgegenstandes eine bestimmte vermisste Person zu finden. Solche Übungen finden vor allem in Wohngebieten, wie eben in Schönau, statt. Für die heutige Übung wurde tags zuvor eine „Spur“ gelegt, bei der die zu suchende Person einen Weg durch das Dorf nahm. Diese Person galt es nun für Dorie zu finden. Über einen persönlichen Gegenstand der Person, eine sogenannte „Geruchsprobe“, nimmt Dorie den Geruch auf, sagte Ida Storch und los gings.

Erstaunlich: Die Hündin ließ sich bei der Suche nicht von anderen Gerüchen oder vorbeikommenden Hunden beirren. Kurz stoppte sie, bevor sie erneut den Geruch der Spur aufnahm und schließlich, vorbei am Rhönrad-Denkmal, zielgenau in eine Seitenstraße einbog. Dort befand sich die gesuchte Person, welche Dorie freudig anzeigte: Person gefunden. Dafür gabs natürlich lobende Worte und vor allem etwas Gutes zum schlecken. Genau so geht es auch im Ernstfall, erläuterte Alexandra Klinger und erinnerte an die nächtliche Suchaktion in Schönau oder die Suche mit Flächensuchhunden nach einem vermissten Soldaten am Burgwallbacher See. Zu jeder Tages- und Nachtzeit ist die Staffel einsatzbereit. Sonja Rahm erfuhr von jährlich bis zu 25 Einsätzen und zwar nicht nur in Rhön-Grabfeld, sondern weit darüber hinaus.

Alexandra Klinger betonte dazu, dass es sich bei der Staffel um Ehrenamtliche handelt. Diese verwenden viel Freizeit für Übungen, die einmal in der Woche stattfinden und bis zu sechs Stunden in Anspruch nehmen. Mensch und Hund durchlaufen eine mehrjährige Ausbildung und absolvieren verschiedene Prüfungen. Sowohl das spezielle Equipment für die Hunde als auch die spezifische Ausrüstung für die Helfer und Hundeführer werden größtenteils aus eigener Tasche gezahlt. „Dank finanzieller Unterstützung durch Spenden, kann auch sinnvolle Einsatzausrüstung, wie Ortungshalsbänder für die Hunde, beschafft werden“. Aktuell hat die Staffel 16 Mitglieder und verfügt über Flächen- und Personensuchhunde, sogenannte Mantrailer. Später bekam die 8-Jährige erfahrene und einsatzfähige Hündin Grace eine Such-Aufgabe. Auch sie fand problemlos die gesuchte Person. Nachdem sie an diesem Tag Geburtstag hatte, gabs für sie ein extra Leckerli.  

Dann waren die Flächensuchhunde im Schönauer Wald gefragt. Aber, einfach in den Wald gehen und üben, kann man nicht, sagten die Fachdienstleiterinnen. Bei der Übung in Schönau war die Genehmigung von Gemeindeförster Niklas Damm gefragt. Er hatte das Waldgebiet anhand einer Karte ausgewiesen. Alexandra Klinger: „Ohne diese Trainingsmöglichkeiten, wäre eine Ausbildung von Suchhunden für die Vermisstensuche nicht möglich. Wir sind den Förstern und Jägern für das Bereitstellen der Suchgebiete sehr dankbar“. Dann gaben die beiden Fachdienstleiterinnen Informationen, wie z.B. über QR-Codes auf die Karten im Bayern Atlas zurückgegriffen werden kann. Aber das alleine genügt im Prüfungs- und Ernstfall nicht. Hundeführerinnen Marie und Johanna hatten deshalb auch einen Kompass dabei, mit dem sie sich im Waldgebiet „analog“ orientieren konnten. „Die heutige Technik hilft uns sehr,“ sagen Alexandra Klinger und Ida Storch, „doch auch ein „Plan B“ schadet nicht, wenn man sich im nächtlichen Einsatz mitten in einem unbekannten Waldgebiet zurechtfinden muss“.

Dann waren die Vierbeiner gefragt, die zuvor im Wald versteckten Personen zu finden. So wurden die Hunde Findus, Hazel, Luna und Willow, welche alle demnächst zu ihrer ersten Flächenprüfung antreten werden, zur Suche in den Wald angesetzt. Ein schwieriges Unterfangen für die Vierbeiner, denn die gesuchte Person lag unter einem großen umgefallenen Baum und, bedeckt mit Reisig und Moos, für das Auge nicht mehr sichtbar. Souverän fand die einsatzfähige Hündin Dipsi mit Hundeführer Christoph die versteckte Person, denn einer geschulten Fellnase entgeht auch das beste Versteck nicht. Amber, die erst eine Woche zuvor erfolgreich ihre erste Flächenprüfung absolviert hatte, bekam zum Abschluss des heutigen Trainingstags eine Motivationssuche.